Korrosions-schutzmittel für Kühl- und Prozesswasser

Wasser ist ein hervorragendes Wärme- und Kältetransportmittel, als korrosives Medium kann es aber nahezu jedes Metall angreifen. Anlagenausfälle, teure Reparaturen, verstopfte Systeme und sinkende Energieeffizienz sind häufige Folgen. Besonders in halboffenen und geschlossenen Kühl- und Prozesswasserkreisläufen gehört der Einsatz von Korrosionsinhibitoren deshalb seit Jahrzehnten zum industriellen Standard.

Was ein Korrosionsschutzmittel leistet

Korrosionsschutzmittel, fachlich auch Korrosionsinhibitoren genannt, sind chemische Zusätze, die Rostschäden an Rohren, Wärmetauschern und Pumpen verhindern. Sie bilden mikroskopisch dünne Schutzschichten auf Metalloberflächen wie Stahl, Eisen, Kupfer oder Aluminium, regulieren den pH-Wert und binden korrosive Stoffe wie gelösten Sauerstoff oder aggressive Ionen. Bereits geringe Dosierungen reichen in der Regel aus – das macht den Einsatz wirtschaftlich.

Warum die richtige Auswahl der Chemikalien entscheidend ist

Der günstigste Korrosionsinhibitor ist selten der wirksamste, denn ungeeignete Chemie kann Korrosionsraten sogar erhöhen. Entscheidend für die Auswahl sind unter anderem:

  • Art des Kreislaufs (offen, halboffen, geschlossen)
  • verbaute Werkstoffe und Oberflächen
  • Betriebstemperaturen
  • pH-Wert, Leitfähigkeit, Gesamthärte, Alkalinität, Chlorid- und Sulfatgehalt sowie Sauerstoffgehalt des Wassers

In der Praxis werden häufig mehrere Wirkstoffe kombiniert, etwa Molybdat-Silikat-Azole-Polymere oder Phosphonat-Phosphat-Polymere-Azole, um einen synergetischen Schutz zu erzielen. Wichtig: Wird zusätzlich ein Biozid eingesetzt, muss das Korrosionsschutzmittel stabil gegenüber diesem Biozid sein. Ziel ist außerdem, die Wasserchemie selbst zu verbessern – etwa durch eine leichte Verschiebung des pH-Werts in den alkalischen Bereich.

Typische Einsatzbereiche unserer Chemikalien

Prozess- und Kühlwassersysteme in der Industrie

Offene, halboffene und geschlossene Wassersysteme

Heißwasser-, Heiz- und Heizungssysteme

Kreisläufe mit Glykol

Trinkwassersysteme

Nassabscheider- und Nasswäschersysteme

Viele KEBOS Korrosionsschutzmittel sind nach FDA, NSF, WHG und DIN zugelassen bzw. für den jeweiligen Einsatzbereich geeignet.

Einfluss des Zusatzwassers auf den Korrosionsschutz

Die Aufbereitung des Zusatzwassers wirkt sich direkt auf den Korrosionsschutz aus. Zur Wahl stehen in der Regel: unbehandeltes Rohwasser, teil- oder vollenthärtetes Wasser, vollentsalztes Wasser oder eine Mischung daraus. Wichtig zu wissen: Vollständig enthärtetes Wasser ist tendenziell aggressiver, da sich ohne Härtebildner keine natürliche Schutzschicht auf Metalloberflächen bildet. Bei vollentsalztem Wasser sinkt häufig der pH-Wert deutlich, was trotz geringer Leitfähigkeit zu Problemen führen kann. Die Wahl der Zusatzwasseraufbereitung sollte deshalb nie isoliert vom Korrosionsschutzkonzept getroffen werden.

Der Weg zum passenden Inhibitor

Eine passende Produktauswahl beginnt immer mit einer Wasseranalyse und der Prüfung der Metallurgie, Anlagenkonstruktion und verbauten Materialien – erst danach lässt sich die wirtschaftlich und technisch richtige Chemie bestimmen. KEBOS KTS berät bei dieser Erstbewertung vor Ort und führt alle analytischen Untersuchungen im eigenen Labor durch. Der pH-Wert hat dabei zentrale Bedeutung: Wird er nicht erfasst und passend eingestellt, verkürzt sich die Lebensdauer der wasserführenden Bauteile spürbar.

Produktübersicht: Korrosionsschutzmittel im Überblick

Produkt Hauptanwendung Hauptwirkstoffe Besonderheit
ANTICORROSIVO 2052 H Kühl-/Prozesswasser, geschlossen/halboffen Molybdat, Triazole, Polymere, Alkali Für Kreisläufe ohne Aluminium; starker Schutz auch bei extremen pH-/Temperaturbedingungen (pH 7,5–9,5); für alle Zusatzwasserarten geeignet
ANTICORROSIVO 2052 C Kühl-/Prozesswasser, geschlossen/halboffen Molybdat, Triazole, Alkali Für Kreisläufe ohne Aluminium; schützt u. a. Eisen und Zink; polymerfrei; pH 7,5–9,5
ANTICORROSIVO 2052 NH Kühl-/Prozesswasser, geschlossen/halboffen Molybdat, Triazole, Polymere Für Kreisläufe MIT Aluminium; ohne Natronlauge (korrosiv für Aluminium); pH 7,5–9,5; kombinierbar mit 2041 zur pH-Anhebung
ANTICORROSIVO 2052 NC Kühl-/Prozesswasser, geschlossen/halboffen Molybdat, Triazole, Polymere Für Kreisläufe MIT Aluminium; schützt u. a. Eisen und Zink; ohne Natronlauge; pH 7,5–9,5
ANTICORROSIVO 2051 P Kühl-/Prozesswasser, geschlossen/halboffen Triazole, Polymere, Alkali Speziell für Kupfer/verzinkten Stahl; verhindert galvanische Korrosion, deaktiviert Kupferoxide
ANTICORROSIVO 2051 Kühl-/Prozesswasser, geschlossen/halboffen Triazole, Alkali Wie 2051 P, jedoch polymerfrei; für Kupfer/verzinkten Stahl
MASTERPRO 022 aT Plus Kühl-/Prozesswasser, geschlossen/halboffen Polycarboxylate, Polymere, Dispergiermittel Für Eisen/Stahl bei wechselnder Wasserqualität; stabil bei hohen Temperaturen, z. B. für Autoklaven geeignet
ANTICORROSIVO 030 Kühl-/Prozesswasser, geschlossen/halboffen Nitrite, Silikate, organische Kupferinhibitoren, Dispergiermittel Für komplexe Wassersysteme; hohe Dosierung bei niedrigem Nitritanteil möglich; pH 7,5–9,5
ANTICORROSIVO 2041 Kühl-/Prozesswasser, geschlossen/halboffen Phosphat-Kombination Für enthärtetes/demineralisiertes Speisewasser bzw. pH-Anhebung bei Aluminium-Kreisläufen; Alternative zu Molybdat-Produkten
ANTICORROSIVO 128 Trinkwasser (NSF) Silikate, Phosphate Anodischer und kathodischer Schutz, wirkt zusätzlich als Dispergiermittel; pH 6,0–8,5, bis 80 °C, nicht toxisch
PASSIVANTE 181 Passivierung verzinkter Stahl (Verdunstungsverflüssiger) Phosphorsäure, organische Inhibitoren, Dispergiermittel Für Wärmetauscher aus verzinktem Stahl mit Weißrost-Befall; Alkalität muss begrenzt bleiben

Häufige Fragen zu Korrosionsschutzmitteln

Aluminium-Kreisläufe benötigen Produkte ohne Natronlauge, da diese Aluminium angreift. Für Kreisläufe ohne Aluminium stehen dagegen auch alkalische Rezepturen zur Verfügung.

Ja, das ist üblich – wichtig ist, dass das Korrosionsschutzmittel stabil gegenüber dem eingesetzten Biozid ist. KEBOS stimmt beide Produktgruppen aufeinander ab.

Gängige Methoden sind Korrosionscoupons (Metallstücke im Bypass-Wasserstrom, deren Gewichtsverlust die Korrosionsrate anzeigt), elektronische Online-Messgeräte sowie die chemische Wasseranalyse, die u. a. Eisen-, Kupfer-, Zink- und Aluminiumgehalt bestimmt und die zuverlässigsten Werte liefert. Das passende Intervall hängt vom System ab, üblich sind regelmäßige Kontrollen, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen. Wichtig für die Dosierung: Der Schutzfilm muss kontinuierlich aufgebaut werden, daher liegt die Anfangsdosierung meist höher als die Erhaltungsdosierung.

Vollständig enthärtetes Wasser ist tendenziell aggressiver, da keine natürliche Schutzschicht auf Metalloberflächen entstehen kann. Die Zusatzwasseraufbereitung sollte deshalb immer im Zusammenspiel mit dem Korrosionsschutzkonzept geplant werden.

Ihre Vorteile mit KEBOS

Fachkompetenz Auswahl des Korrosionsschutzes auf Basis von Werkstoff, Systemtyp und Wasserchemie. Sie bekommen keine Standardlösung von der Stange.

Rechtssicherheit Wasserbehandlung nach VDI 2047 und 42. BImSchV, Produkte nach FDA, NSF, WHG und DIN.

Wirtschaftlichkeit Bereits geringe Dosierungen schützen wirksam, das senkt Chemieeinsatz und Folgekosten durch Reparaturen und Anlagenausfälle.