Biozide gegen Legionellen in Nassabscheidern und Lackierkabinen

Betreiber von Nassabscheidern und Nasswäschern stehen häufig vor der Herausforderung, die gesetzlich vorgeschriebenen Legionellen-Grenzwerte der 42. BImSchV regelmäßig einzuhalten. Auch die allgemeinen Koloniezahlen, eine Kennzahl für den mikrobiologischen Zustand des Wassers, liegen nicht selten in sechs- oder siebenstelligen Bereichen. Der Grund: Waschwasser in Nassabscheidern besitzt durch den Anlagenzweck, dem Auswaschen von Partikeln und Fremdstoffen aus Luftströmen, oft einen hohen Fremd- und Feststoffanteil, der das Wachstum von Mikrobiologie und Legionellen begünstigt und die Wirksamkeit vieler Biozide einschränkt, manchmal bis zur Wirkungslosigkeit.

Warum Nassabscheider eine besondere Herausforderung sind

Der Legionellenschutz in Nassabscheidern ist deutlich komplexer als in Kühlkreisläufen, da hier mehr Know-how gefragt ist. Häufig werden Biozide eingesetzt, die durch den hohen Fremd- und Feststoffanteil einen erheblichen Teil ihrer Wirkung verlieren, bevor sie überhaupt gegen Legionellen wirken können.

Warum Standard-Biozide hier oft nicht ausreichen

Oxidierende Biozide (z. B. Chlorbleichlauge) reagieren durch das hohe Reaktionspotenzial der Verschmutzung meist zu schnell ab und erhöhen zusätzlich die Korrosionsneigung durch Chloridbildung, teilweise sogar bei Edelstahl. Nicht oxidierende Biozide (z. B. DBNPA, Bronopol, Isothiazolinone) werden ebenfalls häufig eingesetzt, ohne Fremdstoffanteil oder pH-Wert des Waschwassers ausreichend zu berücksichtigen. Die Folge sind zu hohe, oft wirkungslose Biozidzugaben, überschäumende Systeme oder Korrosion, ohne dass das eigentliche Problem (Legionellen, Koloniezahlen, Betriebssicherheit) gelöst wird.

Herausforderungen bei der Laboruntersuchung

Bei stark verschmutztem Wasser aus Nassabscheidern kann die Legionellenanalyse an ihre methodischen Grenzen kommen: Der hohe Anteil an Begleitflora lässt sich oft auch durch Säure- oder Hitzebehandlung nicht ausreichend unterdrücken. Da Legionellen im Vergleich zu anderen Bakterien und Schimmel deutlich langsamer wachsen, sind die Kulturplatten häufig schon nach wenigen Tagen von der Begleitflora überwachsen. Eine Filtration ist wegen des hohen Anteils sehr feiner Partikel ebenfalls kaum möglich. Werden deshalb nur sehr geringe Mengen filtriert (z. B. 0,1 ml), kann es durch Messunsicherheiten sogar passieren, dass ein Prüfbericht einen Legionellenwert von 1.000 KBE/100 ml ausweist, obwohl keine Legionellen tatsächlich nachgewiesen wurden. Da der Prüfwert 1 bereits bei 100 KBE/100 ml liegt, gilt die 42. BImSchV in diesem Fall formal als nicht eingehalten – mit entsprechenden Kosten für Nachbeprobungen und weitere Maßnahmen.

So gehen wir gegen Legionellen in Nassabscheidern vor

  • Bestandsaufnahme der Anlage (Lackierkabine, Nasswäscher, Betriebsweise, Verschmutzungsgrad)
  • individuell abgestimmte Biozidauswahl statt Standardprodukt
  • optimale Dosierung, z. B. per Dosierpumpe mit Stoßdosierung
  • Wasseranalyse und Legionellenprüfung nach 42. BImSchV über unseren unabhängigen, akkreditierten Laborpartner KTI
  • Dokumentation zur Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte

Häufige Fragen zu Bioziden für Nassabscheider

Ist das passende Biozid gefunden, lohnt sich der Blick auf die Dosierung. Eine rein manuelle Zugabe ist für viele Betriebe zu unsicher – etwa wenn die verantwortliche Person krankheitsbedingt ausfällt, falsch dosiert oder die Zugabe schlicht vergisst. Üblich ist deshalb eine Stoßdosierung, zum Beispiel zweimal wöchentlich, die eine Dosierpumpe vollautomatisch zur richtigen Zeit übernimmt. Die Entscheidung liegt letztlich beim Betreiber: Auch eine manuelle Zugabe mit einem gut abgestimmten Biozid kann zuverlässig funktionieren.

Nach 42. BImSchV liegt der Prüfwert 1 bei 100 KBE/100 ml. Wird dieser überschritten, sind weitere Maßnahmen und Nachbeprobungen erforderlich.

Sie reagieren durch das hohe Reaktionspotenzial der Verschmutzung meist zu schnell ab und erhöhen zusätzlich die Korrosionsneigung durch Chloridbildung, teilweise sogar bei Edelstahl.

Bei stark verschmutztem Wasser überwachsen schneller wachsende Begleitkeime die Kulturplatten, bevor sich die langsamer wachsenden Legionellen zeigen können. Auch eine Filtration ist wegen des hohen Feinstpartikelanteils oft kaum möglich.

Ja, das kann bei sehr geringen filtrierten Probenmengen durch Messunsicherheiten vorkommen. Mit der Folge, dass der gesetzliche Grenzwert formal überschritten wird, auch wenn tatsächlich keine Legionellen nachgewiesen wurden.

Nein, das ist die Entscheidung jedes Betreibers. Eine manuelle Zugabe kann mit einem gut abgestimmten Biozid ebenfalls zuverlässig funktionieren, birgt aber ein höheres Fehlerrisiko durch Krankheit, Fehldosierung oder Vergessen.

Da Legionellen natürliche Wasserbakterien sind, lässt sich ihr Wachstum in Nassabscheidern grundsätzlich nicht verhindern. Ohne Biozidbehandlung drohen dauerhaft überhöhte Werte und damit Verstöße gegen die 42. BImSchV.

Ihre Vorteile mit KEBOS

Fachkompetenz Biozidauswahl abgestimmt auf Verschmutzungsgrad und pH-Wert Ihres Nassabscheiders, statt Standardprodukt.

Rechtssicherheit Legionellenprüfung und Dokumentation nach 42. BImSchV über unseren Laborpartner KTI.

Betriebssicherheit Zuverlässige Dosierung reduziert Korrosionsrisiko, Schaumbildung und Kosten für Nachbeprobungen.