Korrosions-messstrecke für industrielle Prozess- und Kühlwasser-kreisläufe

Wasser und Metall vertragen sich nicht immer. Korrosion in wasserführenden Systemen verursacht jährlich Schäden in Milliardenhöhe – durch den Ersatz von Rohrleitungsmaterial, durch Maschinenstillstände oder durch Bauteile, die sich mit Rostpartikeln zusetzen. Eine Korrosionsmessstrecke macht sichtbar, was im Kreislauf passiert, bevor daraus ein Schaden wird.

Sie wird einfach in einen Bypass des Kühl- oder Prozesswasserkreislaufs eingebunden. Eine Teilmenge des Wassers durchströmt die Messstrecke kontinuierlich und wirkt dabei auf eingebaute Metallcoupons ein. In Sichtgläsern lässt sich auch ohne Fachkenntnis erkennen, welche Metalle im Kreislauf bevorzugt angegriffen werden – und damit frühzeitig gegensteuern.

Warum die Wasseranalyse allein nicht ausreicht

In der Praxis wird bei sichtbaren Rostfolgen häufig eine Wasseranalyse beauftragt, um über Eisen-, Kupfer- oder Zinkgehalte auf die Korrosionsrate zu schließen. Das hat einen methodischen Haken: Die gemessene Metallmenge im Wasser hängt stark von der Wasserverweilzeit und von der Menge des verbauten Werkstoffs ab.

Konkret bedeutet das, dass Kreisläufe mit sehr geringem Wasseraustausch oft erhöhte Metallgehalte zeigen, ohne dass die Korrosionsrate tatsächlich zu hoch wäre. Umgekehrt können in Kreisläufen, in denen alle paar Tage ein Wasseraustausch stattfindet, schon geringe Metallgehalte auf eine sehr hohe Korrosion hindeuten. Der Messwert ist also immer im Verhältnis zur Verweilzeit zu bewerten.

Die optische Kontrolle über eine Messstrecke ist hier durch nichts zu ersetzen: Sie zeigt direkt am Bauteil, was im System vorgeht und zwar laufend, nicht erst zum Zeitpunkt einer Probenahme.

Was die Messstrecke leistet

Optische
Kontrolle

Ein Blick auf die Sichtgläser genügt, um den Zustand einzuschätzen. Dafür braucht es kein Fachpersonal.

Werkstoffgenaue Aussage

Kontrollierbar sind unter anderem Eisen und Stahl, Kupfer, Rotguss, Messing und Aluminium – je nach den im Kreislauf tatsächlich verbauten Metallen.

Berechenbare Korrosionsrate

Bei bekannter Einbauzeit lässt sich aus dem Masseverlust eines Coupons zusätzlich eine Korrosionsrate in mm pro Jahr für das jeweilige Metall ermitteln.

Nachweis für die Wasserbehandlung

Die Messstrecke zeigt, ob eingesetzte Korrosionsschutzmittel tatsächlich wirken – und ob die Dosierung passt.

Unsere Korrosionsmessstrecken sind in der Standardausführung mit PVC-U-Verrohrung ausgeführt und fest auf einer Kunststoffplatte montiert. Das vereinfacht die Installation erheblich.

KomponenteAusführung
MontageFest auf Kunststoffplatte, anschlussfertig
VerrohrungPVC-U (Standardausführung)
Coupon-PlätzeBis zu 4 Korrosions-Coupons
Coupon-MaterialienStahl, Kupfer, Rotguss, Messing, Aluminium (weitere auf Anfrage)
SichtrohreCoupons jederzeit sichtbar untergebracht
EntnahmeEntnahmesystem zur einfachen Entnahme der Coupons
ArmaturenAbsperr- bzw. Regulierarmaturen in Zulauf und Rücklauf
EntleerungEntleerungshahn
DurchflusskontrolleOptisch über Schwebekörper-Durchflussmessung

Neben der Standardausführung liefern wir Korrosionsmessstrecken auch in Edelstahl und für Heißwasseranwendungen. Welche Ausführung passt, klären wir im Gespräch.

Häufige Fragen zur Korrosionsmessstrecke

In einem Bypass des Kühl- oder Prozesswasserkreislaufs. Eine Teilmenge des Wassers durchströmt die Messstrecke kontinuierlich, der Hauptkreislauf bleibt davon unberührt.

Am häufigsten Stahl, Kupfer, Rotguss, Messing und Aluminium. Die Auswahl richtet sich nach den Werkstoffen, die in Ihrem Kreislauf tatsächlich verbaut sind.

Über den Masseverlust: Der Coupon wird nach einer definierten Einbauzeit entnommen, gereinigt und gewogen. Aus Masseverlust, Oberfläche, Werkstoffdichte und Einbaudauer ergibt sich die Korrosionsrate in mm pro Jahr.

Für die optische Kontrolle nicht – der Zustand der Coupons in den Sichtgläsern ist auch für Laien erkennbar. Für die rechnerische Bestimmung der Korrosionsrate ist eine gravimetrische Auswertung erforderlich.

Die optische Kontrolle ist jederzeit möglich und sollte regelmäßig in den Anlagenrundgang eingebunden werden. Für die Berechnung einer Korrosionsrate ist eine längere, definierte Einbauzeit erforderlich.

Ja. Neben der Standardausführung in PVC-U liefern wir Korrosionsmessstrecken in Edelstahl und für Heißwasseranwendungen.

Nein, beide ergänzen sich. Die Messstrecke zeigt laufend und werkstoffgenau, was am Metall passiert. Die Wasseranalyse liefert die Wasserparameter, auf deren Basis die Wasserbehandlung eingestellt wird.

Ihre Vorteile mit KEBOS

Einfache Installation Anschlussfertig auf Platte montiert, direkt im Bypass einzubinden.

Aussagekräftig statt aufwendig Laufende optische Kontrolle durch Ihr eigenes Personal, ohne teure Online-Messtechnik.

Passend zur Anlage Coupon-Materialien nach Ihrer Metallurgie, auf Wunsch in Edelstahl oder für Heißwasser.