Mess- und Prüfleistungen nach DIN EN 12599

Neben Reinigung und Hygieneinspektion bieten wir auch die messtechnische Überprüfung Ihrer raumlufttechnischen Anlagen nach DIN EN 12599 an – Dichtheitsprüfungen (Leckagetests) sowie Volumenstrom- und Luftmengenmessungen. Diese Prüfungen stellen sicher, dass Ihre Anlage effizient, sicher und normgerecht arbeitet.

Folgen unterlassener Prüfungen

Unentdeckte Leckagen erhöhen den Energieverbrauch

Abweichende Luftmengen beeinträchtigen die Raumluftqualität

Mögliche Verstöße gegen normative Vorgaben

Erhöhtes Risiko für Folgeschäden an der Anlage

Was die DIN EN 12599 regelt

Die DIN EN 12599 trägt den Titel „Lüftung von Gebäuden – Prüf- und Messverfahren für die Übergabe raumlufttechnischer Anlagen“. Sie ist eine der zentralen technischen Regeln für den Leistungsnachweis an zentralen Lüftungs- und Klimaanlagen und legt fest, mit welchen Verfahren und Messgeräten die Gebrauchstauglichkeit einer installierten Anlage festgestellt wird.

Die Norm unterscheidet dabei vier Stufen:

Vollständigkeits-
prüfung

Ist die Anlage vollständig und wie geplant errichtet?

Funktions-
prüfung

Arbeiten alle Komponenten bestimmungsgemäß?

Funktions-
messung

Erbringt die Anlage die vereinbarten Sollwerte? Hierzu zählen Volumenstrommessung und Dichtheitsprüfung.

Sonder-
messung

Zusätzliche, gesondert zu vereinbarende Messungen – etwa Luftbilanzanalysen, CO2- oder Langzeitmessungen.

Ein wichtiger Punkt für Betreiber:

Seit der Fassung von 2013 zählt die Dichtheitsprüfung der Luftleitungen nicht mehr zu den Sondermessungen, sondern zu den Funktionsmessungen. Ihre Bedeutung für die Energieeffizienz der Anlage wurde damit normativ aufgewertet. Ebenso ist die Messung des Zuluftstroms in den Raum in allen Fällen durchzuführen.

Dichtheitsprüfung (Leckagetest)

Bei der Dichtheitsprüfung untersuchen wir Ihre Lüftungsanlage auf undichte Stellen in Kanälen und Komponenten, durch die Energie verloren geht oder unkontrollierte Luftströme entstehen können. Dazu wird der zu prüfende Leitungsabschnitt mit einem definierten Prüfdruck beaufschlagt und die entweichende Luftmenge gemessen. Aus dem Verhältnis von Leckluftvolumen zu Leitungsoberfläche ergibt sich die Leckluftrate, anhand derer sich die erreichte Dichtheitsklasse bestimmen lässt.

Warum das relevant ist: Untersuchungen zeigen, dass Luftleitungssysteme in Europa im Durchschnitt Leckageraten von 15 Prozent und mehr aufweisen. Ein erheblicher Teil der geförderten Luft geht dabei in Zwischendecken und Schächten verloren, statt im Raum anzukommen – mit entsprechenden Folgen für Energieverbrauch und Betriebskosten.

Die Anforderungen an die Dichtheit sind für rechteckige Luftleitungen in der DIN EN 1507 und für runde Luftleitungen in der DIN EN 12237 festgelegt. Beide Normen teilen in die Luftdichtheitsklassen A bis D ein. Die neuere DIN EN 16798-3 verwendet die Bezeichnung ATC und definiert insgesamt sieben Klassen.

Klasse (EN 1507 / EN 12237)Bezeichnung nach EN 16798-3Einordnung
AATC 5Geringste Dichtheit der vier Klassen
BATC 4Mindestanforderung nach DIN EN 16798-3
CATC 3Empfohlen; Standard für die normale Anwendung
DATC 2Höchste Dichtheit, besonderen Anwendungen vorbehalten

Als Zielgröße für das Gesamtsystem gilt, die Leckage unter zwei Prozent des Gesamtvolumenstroms zu halten.

Volumenstrom- und Luftmengenmessung

Bei der Volumenstrom- und Luftmengenmessung ermitteln wir, ob die tatsächlich geförderten Luftmengen den geplanten beziehungsweise vorgeschriebenen Werten entsprechen. Gemessen wird sowohl am Gesamtsystem als auch an den einzelnen Luftdurchlässen.

Abweichungen fallen im laufenden Betrieb selten auf, wirken sich aber unmittelbar aus: Zu geringe Luftmengen führen zu schlechter Raumluftqualität und im Zweifel zu Beschwerden der Nutzer, zu hohe Luftmengen verbrauchen unnötig Energie. Erst die Messung macht sichtbar, wo die Anlage tatsächlich steht.

Nachvollziehbare Dokumentation

Beide Prüfungen führen wir gemäß den Vorgaben der DIN EN 12599 durch und dokumentieren die Ergebnisse nachvollziehbar für Sie. Die Norm sieht dafür einen vollständigen Bericht vor – dieser dient Ihnen als belastbarer Nachweis gegenüber Auftraggebern, Sachverständigen und Behörden.

01

Normgerecht nach DIN EN 12599

02

Energieeffizienz sichern

03

Leckagen frühzeitig erkennen

04

Nachvollziehbare Dokumentation

Häufig gestellte Fragen zu Mess- und Prüfleistungen

Geprüft wird, wie viel Luft über Kanäle, Verbindungen und Komponenten ungewollt entweicht oder eindringt. Dazu wird der Leitungsabschnitt mit einem definierten Prüfdruck beaufschlagt und die Leckluftmenge gemessen. Aus der Leckluftrate ergibt sich die erreichte Dichtheitsklasse, die mit der vertraglich vereinbarten oder normativ geforderten Klasse abgeglichen wird.

Bei der Volumenstrommessung wird ermittelt, welche Luftmenge die Anlage tatsächlich fördert – im Gesamtsystem und an den einzelnen Luftdurchlässen. Sie ist wichtig, weil nur so nachweisbar ist, ob die Anlage die geplanten Werte auch erreicht. Zu geringe Luftmengen beeinträchtigen die Raumluftqualität, zu hohe verursachen unnötigen Energieverbrauch.

Die DIN EN 12599 ist in erster Linie eine Norm für die Übergabe einer Anlage und schreibt selbst keine wiederkehrenden Intervalle vor. Ihre Messverfahren lassen sich aber ausdrücklich auch vor und nach der Übergabe anwenden – etwa im Rahmen der Einregulierung, bei regelmäßigen Wartungen oder wenn sich die Nutzung eines Gebäudes verändert hat. Sinnvoll ist eine Überprüfung insbesondere nach Umbauten, bei auffälligem Energieverbrauch, bei Nutzerbeschwerden zur Raumluft und begleitend zu ohnehin fälligen Hygieneinspektionen. Wir stimmen den passenden Turnus gerne individuell mit Ihnen ab.

Festgestellte Abweichungen halten wir im Prüfbericht nachvollziehbar fest – inklusive der Angabe, wo und in welchem Umfang sie auftreten. Auf dieser Basis lassen sich die erforderlichen Maßnahmen gezielt planen, statt pauschal zu sanieren. Da wir auch Reinigung, Hygieneinspektion und Instandsetzung an RLT-Anlagen anbieten, können wir die Behebung auf Wunsch direkt übernehmen.

Bei der Abnahme raumlufttechnischer Anlagen ist sie faktisch gesetzt: Die VOB Teil C (DIN 18379) sieht eine Abnahmeprüfung nach DIN EN 12599 vor. Darüber hinaus ergeben sich Prüfpflichten je nach Anlagentyp und Nutzung aus weiteren Regelwerken – wir ordnen das für Ihre Anlage gerne ein.

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